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06108 Halle
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Fachverband Notfallseelsorge und Krisenintervention in Mitteldeutschland e.V.
VR 805 beim Amtsgericht Jena

Was ist Einsatznachsorge?

Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, der Feuerwehren, des Katastrophenschutzes und der Polizei sind erheblichen psychischen Belastungen ausgesetzt. Einsatznachsorge soll die Verarbeitung des Erlebten unterstützen und das Auftreten von Störungen (z.B. posttraumatischen Belastungsstörungen) verhindern. Bundesweit haben sich strukturierte Einsatznachsorgegespräche (Debriefing) nach der Mitchell-Methode bewährt. Psychosoziale Fachkräfte und Einsatzkräfte mit einer speziellen Ausbildung (Peers) begleiten dabei die Einsatzkräfte.

“Belastende Ereignisse” werden bestimmt durch

  1. ihr plötzliches und unvermitteltes Eintreten
  2. das Erleben von (funktionaler) Hilflosigkeit
  3. den Grad der Betroffenheit/Intensität
  4. den Grad der Identifikation.

“Belastendes Ereigniss” = Jedes Ereignis mit so starker Einwirkung auf die Psyche, dass es die normalen Verarbeitungsfähigkeiten eines Einzelnen oder einer Gruppe überwältigt.

„Belastende Ereignisse” für Einsatzkräfte

Ereignisse, die bei Einsatzkräften so starke emotionale Reaktionen hervorrufen, dass deren Handlungsfähigkeit entweder schon im Einsatz oder aber später eingeschränkt ist.

„Belastende Ereignisse” sind u.a.

  1. Tod oder schwere Verwundung eines Kollegen/einer Kollegin
  2. Suizid eines Kollegen/einer Kollegin
  3. Tod von Kindern
  4. große Anzahl von Verletzten
  5. große Anzahl von Toten
  6. Opfer, die den Einsatzkräften bekannt sind
  7. starkes Medieninteresse
  8. jedes andere Ereignis, das eine ungewöhnlich belastende Wirkung hat

Für einen einzelnen kann auch ein objektiv weniger spektakuläres Ereignis zu einem “belastenden Ereignis” werden,
wenn bestimmte Aspekte des Einsatzes große Ähnlichkeiten mit der eigenen Biographie aufweisen.

Einsatznachsorge in Sachsen

Der Fachverband für Notfallseelsorge und Krisenintervention in Mitteldeutschland e.V. unterstützt den Aufbau von Einsatznachsorgeteams in Sachsen.

Es ist geplant, gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband Sachsen eine Initiative zu starten mit dem Ziel, Einsatznachsorge für die Kameradinnen und Kameraden der freiwilligen Feuerwehren in Sachsen anzubieten.

Das “Einsatznachsorgeteam der Feuerwehr Dresden” bietet Einsatznachsorgemaßnahmen und Schulungen für Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsatzkräfte überregional an.
Das Team besteht aus über 25 ausgebildeteten Einsatzkräften, einer Psychologin und wird von Dr. Ralph Kipke
(Notarzt und Leiter der Aus- und Fortbildung Rettungsdienst im Brand- und Katastrophenschutzamt Dresden) geleitet. Die Anforderung erfolgt über die Rettungsleitstelle Dresden Tel. 0351 8155112 oder über die Mobilfunknummer 0175 1831532.

Im Kriseninterventionsdienst Leipzig ist ein Team von 5 Personen (Ausgebildet auf CISM Basis)
für die Einsatzkräftenachsorge vorgesehen. Dieses Team arbeitet unter der Leitung von Frau Daniela Löbner.
Eine Anforderung erfolgt hier über die Rettungsleitstelle Leipzig.

Im Kriseninterventionsteam Delitzsch stehen 15 Personen für die Einsatzkräftenachsorge zur Verfügung.
Diese Mitarbeiter haben eine Ausbildung nach CISM Basic und 3 Mitarbeiter sind ausgebildet nach CISM Advanced.
Eine überregionale Anforderung ist möglich.
Eine Anforderung erfolgt hier über die Rettungsleitstelle Delitzsch.

Kontaktmöglichkeiten siehe Seite Sachsen